1.
Vorgeschichte 1979-1991: Im Mittelpunkt der Bratwurstlauf
Auch
in Ketschendorf wurde der Orientierungslauf von Turnern entdeckt. Walter Fischer
war einer der ersten Coburger, die sich mit dem OL vertraut machten. Zudem rief
er schon 1979 einen OL ins Leben – den legendären Ketschendorfer
„Bratwurstlauf“. Nicht zu vergleichen mit herkömmlichen Wettkampf-OL, wurde
er schnell populär. Das Prinzip war einfach: Je kompletter ein Läufer den
Parcours durchlief, desto kompletter präsentierte sich die Bratwurst bei der
Siegerehrung. Der letzte Bratwurstlauf fand 1988 statt. Die Ketschendorfer
Turner waren in den achtziger Jahren regelmäßige Teilnehmer an Veranstaltungen
in der Region, der OL gehörte darüber hinaus zu ihrem TGW-Programm.
2.
Die Organisation der OL-Sparte
Danach
bemühte man sich beim TVK, die OL-Sparte zu organisieren und fand in Günter Rödel
Anfang der 90er Jahre einen Vereinsfachwart, der selbst über den Bratwurstlauf
zum OL gefunden hatte.
Von
Anfang an unterschied sich die OL-Sparte des TVK von denen anderer Vereine: Es
stand kein Übungsleiter zur Verfügung und die großen Starterfelder, die der
TVK zu den Wettkämpfen an den Start brachte, beruhte zu einem großen Teil auf
Günters Rekrutierungskünsten. Mehreren Dutzenden Jugendlichen machte er den OL
bekannt und brachte ihnen das Orientieren auf den Spezialkarten bei. Auch die
Erfolge konnten sich sehen lassen: Viele Titel konnten erlaufen werden bei
Stadt-, Gau-, Bezirks- und sogar Bayerischen Meisterschaften. Einzeltitel
errangen Wayel Deeb, Karsten Bock, Bjrön Kramer und Jens Meisenbach. 1998
bereicherten zwei Neuzugänge das TVK-Team: Björn Kramer und Michael Rödel
stießen aus Creidlitz zur Truppe und errangen Titel und Medaillen im Junioren-
und sogar Elite-Bereich.
Strukturell
besteht das Team der TVK-OL auch heute noch zu einem guten Teil aus Hobby- und
Gelegenheitsläufern. Durch das Engagement von Günther Kischel können die
„Postenjäger“ jetzt regelmäßig ihre Kondition trainieren. Auch 2001 gibt
es einige hoffnungsvolle Talente im Verein, Katharina Heusinger sorgte mit einem
vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Schülerinnen für den größten
TVK-Erfolg auf Bundesebene.
3.
Fazit und Ausblick
Der
Großteil der Jugendlichen, die in den 90er Jahren beim TVK dem OL-Sport
nachgegangen sind, laufen heute nicht mehr. Grund dafür war nicht selten der
Beginn des Studiums an einem anderen Ort. Nutzlos war die Jugendarbeit dennoch
nicht: Neben schönen Erlebnissen, Medaillen und Erfolgen bleibt auch die
Gewissheit, die Randsportart OL bei Kindern und Jugendlichen bekannt und beliebt
gemacht zu haben.
Auch
in Zukunft wird sich die TVK-OL-Sparte strukturell von anderen unterscheiden. Es
gibt keinen Übungsleiter in den Reihen, der die zeitlichen Kapazitäten
besitzt, leistungsorientiert mehrmals in der Woche mit den Jugendlichen zu
trainieren. Leider sind BTV-Pläne aus der Mitte der 90er Jahre im Sand
verlaufen, die vorsahen, einen Stützpunkt-Trainer Orientierungslauf in Coburg
zu installieren. Daher wird beim TVK auch in Zukunft das Motto lauten: „Über
den Spaß zum Erfolg kommen.“ Jedoch muss den Verantwortlichen unter Umständen
auch zugestanden werden, dass die kräfteraubende Arbeit der letzten Jahre nicht
in diesem Umfang fortgesetzt werden kann.
1994: Erste
Medaillen für den Nachwuchs
Bayerische
Staffelmeisterschaft in Coburg
H 14: 2. Martin
Stollberg und Henner Stollberg
Bayerische
Mannschaftsmeisterschaft Ingolstadt
H 14: 3. Wayel
Deeb und Karsten Bock
1995: Schüler
gewinnen zwei von drei möglichen Titeln
Bayerische
Einzelmeisterschaft in Kulmbach
H 14: 1. Wayel
Deeb
3. Jens Meisenbach
Bayerische
Staffelmeisterschaft in Kitzingen
H 14: 1. Jens
Meisenbach und Karsten Bock
H 18: 3. Oliver Pürckhauer
und Iyad Deeb
Bayerische
Mannschaftsmeisterschaft in Osterhofen/Ndb.
H 14: 2. Wayel
Deeb und Karsten Bock
3. Jens Meisenbach und Holger Mißlitz
Bayerncup-Wertung
H 14: 2. Wayel
Deeb
1996:
Doppelsieg der Schüler bei Bayerischer Einzelmeisterschaft
Bayerische
Einzelmeisterschaften in Osterhofen/Ndb.
H 14: 1.
Karsten Bock
2. Wayel Deeb
Bayerische
Mannschaftsmeisterschaft in Kitzingen
H 14: 1. Wayel
Deeb und Karsten Bock
3. Jens Meisenbach und Lars Meisenbach
Bayerncup-Wertung
H 14: 2. Karsten
Bock
Deutsche
Meisterschaft Kurzstrecke in Deggendorf
H 14: 8. Wayel
Deeb
1997: Keine
Titel, aber einige Erfolge
Bayerische
Staffelmeisterschaft in Kulmbach
H 14: 2. Jens
Meisenbach und Robert Orendt
H 18: 2. Karsten
Bock und Wayel Deeb
3. Martin Stollberg und Iyad Deeb
Bayerische
Mannschaftsmeisterschaft in München
H 18: 2. Martin
Stollberg und Wayel Deeb
Bayerncup-Wertung
H 16: 1. Karsten
Bock
2. Wayel Deeb
3. Matthias
Muffel
1998: Zweiter
Bayerntitel für Jugendläufer Wayel Deeb
Bayerische
Einzelmeisterschaften in Marktredwitz
H 16: 1. Wayel
Deeb
3. Karsten Bock
Bayerische
Staffelmeisterschaften in München
H 18: 2. Karsten
Bock und Robert Orendt
Herren-Elite: 4.
Björn Kramer und Michael Rödel
Bayerische
Mannschaftsmeisterschaften in Nabburg
H 14: 3. Jens
Meisenbach und Lars Meisenbach
H 18: 2. Karsten
Bock und Martin Stollberg
Herren-Elite: 4.
Björn Kramer und Michael Rödel
Bayerncup-Wertung
H 16: 2. Karsten
Bock
H 20: 2. Michael
Rödel
1999: Junior
Björn Kramer wird Bayerischer Meister und gewinnt OL-Serie
Bayerische
Einzelmeisterschaft in Ebern
H 16: 2. Jens
Meisenbach
H 20: 1. Björn
Kramer
Bayerncup-Wertung
H 16: 2. Jens
Meisenbach
H 20: 3. Björn
Kramer
Coburger
OL-Serie: 1. Björn Kramer
2000: Michael
Rödel Bayerischer Herren-Vizemeister und Sieger der OL-Serie
Bayerische
Einzelmeisterschaft in Lichtenfels
D 14: 3.
Katharina Heusinger
H 16: 3. Jens
Meisenbach
H 20: 3. Karsten
Bock
Herren-Elite: 2.
Michael Rödel
Bayerische
Staffelmeisterschaft in Kitzingen
H 18: 3. Karsten
Bock und Wayel Deeb
Coburger
OL-Serie: 1. Michael Rödel
2001: Jens
Meisenbach tritt Nachfolge von Björn Kramer an, Heusinger wird DM-Vierte
Bayerische
Einzelmeisterschaft in Starnberg
H
14: 2. Johannes Jacob
H
20: 1. Jens Meisenbach
2.
Robert Orendt
Deutsche
Meisterschaft Kurzstrecke Dresden
D 14: 4.
Katharina Heusinger
Bayerische
Staffelmeisterschaft in Marktredwitz
D 14: 3.
Katharina Heusinger und Cathrin Carl
H 14: 3. Johannes
Jacob und Stephan Körber
H 18: 2. Robert
Orendt und Jens Meisenbach
4.
Eigene Veranstaltungen und Karten-Produktionen
Nach
dem Ende der Bratwurstläufe veranstaltete der TVK unter Regie von Günter Rödel
zuerst nur kleinere Läufe für den Nachwuchs zum Beispiel im Rahmen des
TVK-Sommerfestes. Dass größere Läufe nicht zur Palette des TVK gehörten, lag
vor allem an der Alterstruktur der OL-Gruppe in den 90er Jahren: In erster Linie
bestand diese aus Kindern, um die sich Günter meist allein kümmerte.
Ab
1997 verbesserte sich diese Situation. Unter TVK-Regie erstellten im Rahmen
eines „Entwicklungshilfe“-Programms einige Turngau-Orientierern die Karte
„lustgarten“ im Hohensteiner Wald. Im Frühjahr 1998 veranstalteten TSV
Scherneck und der TV Ketschendorf in Kooperation einen
Bayerncup-Orientierungslauf mit über 200 Teilnehmern – eine Zahl, die in den
kommenden vier Jahren nicht mehr überboten wurde.
1999 produzierte der TVK die vereinseigene Orientierungslauf-Karte „Birkengraben“ bei Neuses an den Eichen. In den folgenden Jahren veranstaltete der TVK in Kooperation mit dem TV Neuses an den Eichen mehrere Läufe – der TVK stellte das veranstalterische Know-How, der TVN die Infrastruktur.
Orientierungslauf-Karten:
Lustgarten
Erstauflage
1998, vom TVK beteiligt: Michael Rödel (Aufnahme und Zeichnung), Günter
Rödel, Karsten Bock (beide Aufnahme).
Birkengraben
Erstauflage
1999, TVK-Eigenproduktion: Günter Rödel (Aufnahme), Michael
Rödel (Zeichnung)
Orientierungslauf-Veranstaltungen:
18.
April 1998
Bayerncup-Orientierungslauf in Kooperation mit dem TSV Scherneck
Laufgebiet: Lustgarten. Teilnehmer: 203.
13.
Mai 1999
Gaumeisterschaften im Orientierungslauf
Laufgebiet: Birkengraben. Teilnehmer: 110.
3.
Juni 2000
Bezirksmeisterschaften im Orientierungslauf
Laufgebiet: Birkengraben. Teilnehmer: 115.
1.
Juli 2001
OL-Meisterschaften beim Gauturnfest (Buchenrod)
Laufgebiet: Birkengraben. Teilnehmer: 95.